Roboclash Dokumentation

Zeitraum: Februar 2019 – Februar 2020

Sortieren

Zu Beginn unseres Projektes mussten wir erst mal Sortierarbeit leisten. Bis in die Nacht hinein organisierte Maxim die Lego Bauteile, mit Ausdauer, Geduld und Hingabe. Das ganze System ist eine Freude fürs Auge, für Chaoten und Ordungs-Enthusiasten gleichermaßen. Bei unserer ersten Veranstaltung war offensichtlich, dass auch die Kinder Freude hatten an unserem Lego-Basar.

Bauen

Chassis von TRACK3R wird erweitert.
Chassis von TRACK3R wird erweitert.

Bevor man überhaupt programmiert oder sich an Elektronischen Bauteilen ausprobiert, muss erst mal gebaut werden. Wir begannen mit einem einfachen Modell, anhand dessen wir unterschiedliche Sensoren integrierten und im Parcour testen konnten. Beim Bauen waren die Kinder Profis und echte Lego-Nerds waren in Null Koma Nichts fertig. Manchmal gab es Schwierigkeiten mit Symmetrien und dem räumlichen Vorstellungsvermögen, das war gefragt, wenn man die Anleitungen auf die 3. Dimension übertragen musste. Nicht selten kam es auch vor, dass man Teile falsch verbaute und vor einem Rätsel stand weil nichts mehr passen wollte. Belohnt wurden die Kinder mit einem Clash am Ende des großen Bauens.

Die Clashs

Spass hatten die Kinder immer wieder an den Clashs, die zwischen Kopfzerbrechen über Programmieraufgaben und meditativen Lego Bauen, stattfanden. Die Roboter spielten Wettlauf, jagten sich oder versuchten sich in der Arena durch „Hinausdrängen“ oder „gegenseitigem Umkippen“ im Kampf zu messen. Dabei wurde wettgeeifert, angefeuert, Teamfähigkeit bewiesen.

Der Parcour

Ihr Programmiervermögen konnten die Kinder in Parcours testen. Es gab verschiedene Aufgaben wie das Erkennen und Fahren auf farbigen Linien, Orientieren im Raum und Reagieren auf Hindernisse oder Kommunikation untereinander. Dabei kamen die unterschiedlichen Sensoren zum Einsatz.

Mechanik

Roboclash. PIROU3TT3 v. 2 von Stu Nicholls
PIROU3TT3 v. 2 von Stu Nicholls

Beim Bauen erschließt sich das Zusammenwirken von Zahnrädern, Schnecken, Rädern, Ketten und deren Antriebsmotoren. Wie lenkt man eine Drehbewegung in lineare Bewegung um? Wie funktioniert die Übersetzung im Getriebe? All das wurde im Prozess ergründet. Um selbstständig Ideen von unterschiedlichen Funktionen zu verwirklichen, bedarf es einige Praxis und Freude am Experimentieren im Umgang mit Mechanik. Zum Ende des Projektes waren die Teilnehmer in der Lage eigene Ideen zu formulieren und Umsetzungsmöglichkeiten zu reflektieren.

Programmieren

Programmieren im Dreierteam.
Programmieren im Dreierteam.

Programmieren macht Spass und ist ganz schön knifflig. Lego Mindstorms arbeitet mit einer visuellen Programmiersprache, in der man einzelne Blöcke zusammen baut und ineinander verzahnt. Wie in jeder Programmiersprache arbeitet man unter anderem mit Bedingungen, Variablen und Schleifen. Der Lerneffekt beim Programmieren ist vielfältig. Zum Einen schult es Teamarbeit und den fachlichen Austausch, zum Anderen inspiriert es individuelle Projekte, je nach Interesse und eigenen Lernwegen, anzugehen. In Partnerarbeit wurden die für den Roboter zu bewältigenden Aufgaben formuliert und in Codes transformiert, dies geschieht im Diskurs, im gemeinsamen Experimentieren, analysieren von Problemen, der Fehlersuche und Lösungsfindung.

Typen

SNATCH3R von Laurens Valk. Foto: Mirko Kubein
SNATCH3R von Laurens Valk. Foto: Mirko Kubein

Zum Ende des Projektes versuchten sich die Kinder im Bau von anspruchsvollen Robotern, die spezifische Aufgaben erfüllen, das klappte schon ganz gut. Es entstanden Roboter mit differenzierten Bewegungsmechanismen, wie beispielsweise Roboter die Dinge aufheben konnten.

Abschluss

Formel EV3 Rennwagen von Laurens Valk. Foto: Mirko Kubein
Formel EV3 Rennwagen von Laurens Valk. Foto: Mirko Kubein

Unser Projektabschluss feierten wir mit einer echten Roboterparty, mit Chips und Limo und einem Film über Roboter. Selbstverständlich gab es auch eine Präsentation unserer Roboter für Eltern, Geschwister und Freunde. Nebenbei wurde noch fleißig weiter gebaut.

Teilnehmer

Wir arbeiteten mit Schulen zusammen, gestalteten Projekttage oder leiteten AGs, es gab Ferien Workshops, freie wöchentliche Angebote und wir besuchten mit unseren Robotern verschiedene Einrichtungen wie die Übergangsunterkunft für Geflüchtete in Werder (Havel).

Ausblick

Viele Teilnehmer sind mittlerweile in der Lage eigene Projekte umzusetzen. Sie haben eine Vorstellung vom Programmieren und kennengelernt, wie Roboter reagieren, funktionieren und kommunizieren. Das erlangte Wissen lässt sich auf andere Gebiete wie Spieledesign oder Elektronik übertragen. Wir beabsichtigen das Projekt weiter fortzusetzen, auszuweiten und unter anderem Projekte mit Arduinos anzuleiten. Wir stehen mit mehreren Schulen in Kontakt und leiten dort AGs, gestalten den WAT Unterricht mit, oder richten Projekttage aus. Die geplante Etablierung eines freien Technikangebotes innerhalb unserer Werkstatt ermöglicht die Fortsetzung eigener Projekte und fördert Kontinuität bei den Teilnehmern.


Das Projekt wurde gefördert von der Deutschen Postcode Lotterie.

Deutsche Postcode Lotterie